Digitalisierung 2026
Digitalisierung beginnt nicht immer mit einem großen Projektplan. Manchmal beginnt sie mit einem ganz alltäglichen Moment.
Nach dem Urlaub sah unsere Geschäftsführerin und Steuerberaterin Hana Smola Schaffer einen Kollegen, der einen vom Mandanten als PDF bereitgestellten Kontoauszug manuell in die Finanzbuchhaltung übertrug.
Natürlich gibt es Gründe, warum Unterlagen nicht immer im optimalen Format bei uns ankommen. Nicht jede Bankanbindung ist eingerichtet, nicht jeder Mandant liefert Daten als CSV-Datei oder in einem direkt einlesbaren Format. Aber trotzdem stellte sich in diesem Moment eine sehr einfache Frage:
Muss das im Jahr 2026 wirklich noch so sein?
Unser Anspruch bei Cintinus ist nicht, Digitalisierung nur als Schlagwort zu verwenden. Wir wollen sie dort einsetzen, wo sie im Alltag konkret hilft. Dort, wo sie Zeit spart. Dort, wo sie Routine reduziert. Und dort, wo sie unseren Mitarbeitenden mehr Raum für die Aufgaben gibt, die fachliches Denken, Erfahrung und Beratung brauchen.
Deshalb haben wir einen weiteren kleinen, aber wichtigen Schritt ausprobiert: Mit DATEV Copilot wurden aus PDF-Kontoauszügen zunächst DATEV-fähige Exceldateien erstellt. Im nächsten Schritt sollen diese Daten in die Finanzbuchhaltung eingelesen werden.
Das klingt vielleicht unspektakulär. Für den Kanzleialltag ist es das aber nicht.
Denn genau diese vermeintlichen Kleinigkeiten kosten im Alltag viel Zeit. Zeit, die dann an anderer Stelle fehlt: für Rückfragen, für Qualitätssicherung, für Beratung, für unternehmerisches Mitdenken und für die persönliche Begleitung unserer Mandantinnen und Mandanten.
Gleichzeitig zeigt dieses Beispiel auch, worum es bei moderner Kanzleientwicklung wirklich geht. Es geht nicht darum, jede Aufgabe sofort vollständig zu automatisieren. Es geht auch nicht darum, Menschen durch Technik zu ersetzen. Es geht darum, Technik sinnvoll einzusetzen – Schritt für Schritt, praxistauglich und mit Blick auf den tatsächlichen Nutzen.
Dabei stehen viele Kanzleien vor ähnlichen Fragen:
Wie lassen sich KI- und Automatisierungslösungen im Alltag umsetzen, wenn kein eigener KI- oder IT-Spezialist im Haus ist?
Wann und wie lernen Teams, gute Prompts zu formulieren?
Wie übt man, die richtigen Fragen an digitale Werkzeuge zu stellen?
Wer testet neue Anwendungsfälle?
Und wie werden aus einzelnen Versuchen dauerhaft funktionierende Prozesse?
Für uns ist klar: Die Fähigkeit, mit digitalen Werkzeugen sinnvoll zu arbeiten, wird Teil der fachlichen Ausbildung und der Kanzleikultur. Auch Auszubildende sollen verstehen, wie Buchungslogik funktioniert. Aber sie sollen zugleich lernen, Vereinfachungen zu suchen, Datenquellen zu nutzen und Technik bewusst einzusetzen.
Cintinus entwickelt sich nicht durch große Ankündigungen allein weiter, sondern durch viele konkrete Schritte im Alltag.
Ein PDF-Kontoauszug, der nicht mehr abgetippt wird, ist vielleicht nur ein kleiner Anfang. Aber genau solche Schritte entscheiden darüber, ob Digitalisierung tatsächlich entlastet – und ob mehr Zeit für das bleibt, was Beratung ausmacht: Fachlichkeit, Verantwortung und persönliche Nähe.








